Popstars

Im September 2000 begann der private Fernsehsender RTL 2 mit der Ausstrahlung einer deutschen Version von Popstars. Auf der Suche nach einer reinen Girlband bewarben sich über 4500 junge Frauen, aus denen nach einem bestandenem Vorsingen und erfolgreichem Recall wiederum insgesamt 32 Teilnehmerinnen zu einem anschließenden Workshop nach Mallorca reisten. Während des einwöchigen Gesangs- und Tanztrainings unter der Leitung des Choreographen Detlef „D!“ Soost verminderte sich die Anzahl der Teilnehmerinnen unter Urteil der Jurymitglieder Simone Angel, Rainer Moslener und Mario M. Mendryzcki auf elf. Die verbliebenen Finalistinnen kehrten daraufhin nach Deutschland zurück.

Im November des Jahres erfuhren Nadja Benaissa, Lucy Diakowska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls innerhalb einer Sonderausgabe des Formates, dass sie als Siegerinnen des Wettbewerbes hervorgehen und Teil der endgültigen Formation werden würden. Wenig später bezog die Band ein gemeinsames Domizil in Dortmund und begann mit den Vorbereitungen zu ihrem Debütalbum. In Vorbereitung auf die erste Single des Quintetts startete RTL 2 zu gleicher Zeit eine Umfrage, in welcher der Bandname ermittelt werden sollte; zur Auswahl standen der spätere Titel des ersten Albums, „Elle'Ments“, „Champaign“ und „No Angels“. Letzterer gewann laut Umfrage, war jedoch, wie sich später herausstellte, schon vor der Umfrage festgelegt worden.

Nach Ende der ersten Staffel mit dem ersten Auftritt bei The Dome im Februar 2001 stiegen sowohl die Debütsingle „Daylight in Your Eyes“ als auch das Album „Elle'Ments“ auf Platz 1 der deutschen, österreichischen und schweizer Hitpararden ein.[1] Die No Angels, die nach Wahls' Schwangerschaft im Jahr 2002 fortan als Quartett auftraten, galten bis zu ihrer Trennung im Dezember 2003 mit etwa 5 Millionen verkauften Platten weltweit [2] und drei weiteren Nummer-Eins-Positionierungen in den deutschen Singlehitparaden als erfolgreichste Girlgroup Kontinentaleuropas.

2. Staffel (2001)

Nach dem Erfolg der No Angels rief RTL 2 im Sommer 2001 erstmals sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen zur Teilnahme an der zweiten Staffel auf. Mehr als 11.000 Teilnehmer stellten sich in Köln, Berlin, Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Hamburg dem Urteil der neu besetzten Jury, darunter erneut Choreograf Detlef Soost, der Produzent und DJ Alex Christensen und die Radio-Moderatorin und Sängerin Noah Sow. 53 Personen schafften nach einem erfolgreich bestrittenen Recall und Re-Recall den Sprung zur sogenannten „Flughafen-Show“ in Düsseldorf; 32 flogen anschließend nach Ibiza, um an einem zweiwöchigen Gesangs- und Tanztraining teilzunehmen.

Während den Bandanwärtern mit Sängerin und Texterin Artemis Gounaki erstmals ein Vocalcoach beiseite gestellt wurde, verließ Sow im Laufe des Workshops die Jury aufgrund von Differenzen (Sie warf ihren Kollegen als auch der Produktion später unter anderem fehlendes Mitspracherecht und Betrug vor).[3] Soost und Christensen verminderten die Anzahl der Teilnehmer indessen auf sechs Männer und vier Frauen, von denen wiederum acht in ein in München eingerichtetes Loft zogen. Nach weiteren Wochen des Trainings erfuhren am 11. November 2001 schließlich Ross Antony, Hila Bronstein, Giovanni Zarrella, Shaham Joyce, Faiz-Kevin Mangat und Verena „Indira“ Weiß, dass sie als Sieger des Wettbewerbes hervorgehen und Teil der Formation Brothers & Sisters, kurz Bro'Sis, werden würden.

Die erste Singleveröffentlichung der Band, „I Believe“, verkaufte allein in ihrer Veröffentlichungswoche über 800.000 Kopien und übertraf den Start der No Angels bei Weitem.[4] Obwohl das dazugehörige Album „Never Forget (Where You Come From)“ ebenfalls Platz 1 der deutschen, österreichischen und schweizer Albumcharts belegte und drei weitere Top-10-Hits hervorbrachte, gelang es Bro'Sis nicht, mit ihren nachfolgenden Alben an den konstanten Erfolg der No Angels anzuknüpfen. Nach mehreren Pausen trennten sich die verbliebenen fünf Bandmitglieder Anfang 2006 zu Gunsten von Solokarierren.

3. Staffel (2003)

Nach zwei Jahren Pause begannen die Münchner Produktionsfirma Tresor TV und ProSieben im August 2003 mit der Ausstrahlung der dritten Staffel von Popstars. Hierbei ließ man nach britischem Vorbild erstmals das Konzept eines Duells, einem Wettstreit zwischen einer Boygroup und einer Girlgroup, in die Reihe einfließen. Im Zuge der Umstrukturierung nahmen mit der Rapperin Sabrina Setlur und dem Produzenten Uwe Fahrenkrog-Petersen zwei neue Mitglieder neben Soost in der Jury ihre Plätze ein. Gounaki blieb dem Ensemble als Gesangslehrerin erhalten.

Innerhalb fünf großer Städtecastings bewarben sich erneut über 12.000 junge Frauen und Männer um einen Platz in den beiden Bands. Insgesamt 46 Kandidaten sangen und tanzten sich zur Teilnahme an der Entscheidungsshow am Düsseldorfer Flughafen; 27 reisten daraufhin unmittelbar nach Orlando (Florida), wo die Teilnehmer in vier Wochen Choreografie und Gesang einstudierten. Durch Juryentscheid bildeten nach Ende des Workshops schließlich Ahmet „Akay“ Kayed, Ken Miyao, Marq Porciuncula und Meiko Reißmann die Boyband Overground; Tertia Botha, Miriam Cani, Anh-Thu Doan und Rebecca Miro formten die Girlgroup Preluders. Nach für die Produzenten unbefriedigend verlaufenen Studioaufnahmen stießen mit Anne Ross und Fabrizio später weitere Mitglieder zu den Bands hinzu; Letzterer verließ Overgound jedoch nur wenig später zu Gunsten einer Solokarierre.

Die beiden Gruppen versuchten anschließend innerhalb einer dreiwöchigen Club-Tour durch Deutschland, für sich und die vorab in Mc-Donald's-Restaurants veröffentlichen Promosingles zu werben. Am 3. November des Jahres gingen die Preluders in dem von Arabella Kiesbauer moderierten Finale mit ihrer verkaufsstarken Coverversion des R.E.M.-Hits „Losing my Religion“ als Zwischensieger hervor, im finalen Entscheid jedoch konnten Overground nach dem Telefonvoting den Sieg für sich beanspruchen.

Wie schon die No Angels und Bro'Sis landeten auch Overground daraufhin mit ihrer anschließend veröffentlichten Debütsingle „Schick mir 'nen Engel“ und dem dazugehörigen Album „It's Done!“ auf Platz 1 der deutschen, österreichischen und schweizer Single- bzw. Albumcharts. Den Preluders, die mit „Everyday Girl“ hingegen nur in Deutschland ihre erste und einzige Spitzenposition landeten, ähnlich, gelang es dem Quartett jedoch nicht, mit seinem zweiten Album an den Erfolg des Debüts anzuknüpfen.

4. Staffel (2004)

Von August bis Dezember 2004 wurde auf ProSieben eine vierte und als „definitiv letzte“ angekündigte Staffel mit dem entsprechenden Untertitel „Jetzt oder nie!“ ausgestrahlt, aus der die Band Nu Pagadi hervorging. Zur vierten Staffel wurde von einem Duell abgesehen, mit dem Ziel, eine gemischte Pop-Band zu finden. In der Jury beurteilten und entschieden Produzent Uwe Fahrenkrog-Petersen, Sängerin und Mit-Gewinnerin der ersten Staffel Sandy Mölling und Texter Lukas Hilbert.

Im Finale am 8. Dezember 2004 setzten sich Markus Grimm, Patrick Boinet, Kristina Dörfer und Doreen Steinert in einer Telefonabstimmung gegen ihre Mitbewerber Katrin Feist und Richard Mantarliev durch. Das Ergebnis wurde vor der Show durch eine Internetumfrage und innerhalb der Show durch ein Telefonvoting ermittelt.

Auch in dieser Staffel blieben Soost und Gounaki der Show als Tanz- und Gesangstrainer erhalten.

5. Staffel (2006)

In Anspielung auf die No Angels ging am 10. August 2006 auf ProSieben unter dem Motto „Neue Engel braucht das Land“ die fünfte Staffel auf Sendung. Zum ersten Mal seit der ersten Staffel wurden ausschließlich Frauen für die Band gesucht. In fünf deutschen Städten wurden Castings durchgeführt, zu denen insgesamt 5189 Bewerberinnen antraten. In der Jury saßen neben Choreograph Detlef Soost auch Punk-Sängerin Nina Hagen und Musikproduzent Dieter Falk.

In der ersten Phase wurden die ersten drei Runden der Castings (mit Recall und Re-Recall) in je einer Show pro Stadt präsentiert. Im Recall und im Re-Recall stießen als Gäste je ein Mitglied der No Angels hinzu (Nadja Benaissa in Frankfurt am Main, Jessica Wahls in Stuttgart, Lucy Diakowska in Hannover und Sandy Mölling in Dortmund). Im weiteren Verlauf nahmen die im Rahmen der Entscheidungsshow in München ausgewählten 20 Kandidatinnen an Themen-Workshops teil, bis nach vier Workshops elf Mädchen (ursprünglich waren nur neun geplant) ins Bandhaus einzogen.

Am 23. November wurden von den sechs Finalistinnen per Jury-Entscheid Senna Gammour und Bahar Kizil in die Monrose genannte Band gewählt, das dritte und mit zu dem Zeitpunkt 16 Jahren jüngste Bandmitglied Mandy Capristo wurde per Zuschauervoting ausgewählt.[5] Vorab war die erste Single der Band mit dem Namen „Shame“ im Studio von allen sechs Finalistinnen eingesungen worden.

Beim Fernsehpublikum kam die fünfte Popstars-Staffel unerwartet gut an. So erreichte das Finale am 23. November 2006 in der Spitze circa 5,83 Millionen Zuschauer; dies entspricht dem bislang besten Wert für eine Popstars-Folge überhaupt, doch auch die Folgen davor erreichten stetig Höchstwerte.[6][7][8] Der Marktanteil in der für das Fernsehformat werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen stieg während der Staffel mehrmals auf über 22 Prozent, bei den 20- bis 29-jährigen schauten teilweise fast die Hälfte aller Fernsehzuschauer „Popstars“.[9]

6. Staffel (2007)

17.2.07 18:05

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